Was Mavuro nicht ist
Eine Buchhaltungs-App sollte dir sagen, was sie kann – und was nicht. Hier stehen die Grenzen von Mavuro offen, belegt mit den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung. Am Ende findest du, wie du deine Daten mitnimmst und was bei einer Kündigung passiert.
Kein revisionssicheres Archiv
Mavuro speichert deine Belege und Rechnungen – ist aber nach den Nutzungsbedingungen „kein revisionssicheres Archiv“ (Abschnitt 6). Als Unternehmer bist du selbst für die Aufbewahrung deiner Buchführungsunterlagen verantwortlich (in Deutschland: § 147 AO). Buchungsbelege musst du dort regelmäßig acht Jahre aufbewahren. Leg deshalb regelmäßig eine Datensicherung an und bewahre sie dort auf, wo du auch deine übrige Buchhaltung aufbewahrst.
Keine Zusicherung der GoBD-Konformität
Mavuro verspricht nicht, dass die App die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern (GoBD) erfüllt. Die Nutzungsbedingungen sagen zu Werten und Hinweisen der App, sie seien „keine Garantie für steuerliche Korrektheit“ und der Anbieter übernehme keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit (Abschnitt 7). Das gilt auch für automatisch erkannte Beleg-Daten: Prüfe jedes Ergebnis der Texterkennung und der KI-Auswertung selbst.
Was Mavuro stattdessen tut: Die App unterstützt die technischen Anforderungen der GoBD – keine Bescheinigung – und hilft dir bei ordnungsgemäßer Buchführung – festgeschriebene Rechnungen und Belege werden mit einer Prüfsumme versehen (Veränderungen werden erkannt, aber nicht verhindert; keine Bescheinigung), Änderungen im Änderungsprotokoll festgehalten, und zum Export gibt es ein Prüfpaket. Die GoBD-Konformität hängt auch von deinem Verfahren ab (Verfahrensdokumentation). Kein Rechtsrat.
Ohne Konto bleiben deine Daten nur auf dem Gerät
In der iOS- oder Android-App kannst du Mavuro ohne Konto nutzen. Deine Daten liegen dann ausschließlich auf deinem Gerät, es gibt keine Synchronisation und keine zweite Kopie beim Anbieter. Gehen Gerät oder App-Daten verloren, sind sie weg – die Datensicherung ist dann deine einzige zweite Kopie (Nutzungsbedingungen, Abschnitte 2, 6 und 8). Mit einem Mavuro-Konto werden die Daten zwischen deinen Geräten und der Web-App abgeglichen; auch das ersetzt laut Nutzungsbedingungen keine eigene Sicherung. Die Web-App funktioniert nur mit Konto.
Die EÜR ist eine Übersicht – keine ELSTER-Übermittlung
Mavuro stellt deine Einnahmen und Ausgaben als EÜR-Übersicht zusammen, gruppiert nach den Bereichen der Anlage EÜR. Die Zahlen überträgst du selbst in ELSTER – zum Abtippen, Ausdrucken oder als Vorlage. Mavuro übermittelt nichts an das Finanzamt und ersetzt weder die Steuererklärung noch eine Steuerberatung. Steuerrücklage-Schätzungen sind grobe Orientierung (Abschnitt 7). Wie die EÜR funktioniert, erklärt der Ratgeber EÜR für Kleinunternehmer.
Kein DATEV-Export
Einen Export im DATEV-Format gibt es nicht. Wenn du mit einem Steuerberater arbeitest, kannst du ihm die Datensicherung (ZIP) oder – mit Premium – die EÜR als CSV-Datei geben.
Deine Daten mitnehmen: Export und Kündigung
Das steht in den Nutzungsbedingungen und in der Datenschutzerklärung (Abschnitt „Speicherdauer und Löschung“), und so ist es in der App umgesetzt:
| Was | Basisversion | Premium |
|---|---|---|
Datensicherung (vollständige Kopie als ZIP: daten.json als Textdatei, alle Belege als Dateien, Anleitung) | Ja – nicht an Premium gebunden | Ja |
| EÜR-Übersicht ansehen | Ja | Ja |
| EÜR als CSV (Einzelposten für Excel oder Steuerberater) | Nein | Ja |
| Anlage-EÜR als PDF | Nein | Ja |
Die Datensicherung lässt sich in Mavuro auf dem iPhone, auf Android und im Browser wieder einspielen; der Text in daten.json ist mit jedem Texteditor lesbar. Laut Datenschutzerklärung dient sie zugleich als vollständiger Export für das Auskunfts- und Portabilitätsrecht. Die Datensicherung bleibt kostenlos – unabhängig davon, ob du Premium hast.
Was passiert bei einer Kündigung?
- Du kündigst jederzeit zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums – bei Apple, bei Google Play oder in der Web-App (Nutzungsbedingungen, Abschnitt 4.4).
- Das Abo läuft bis zum Ende des bezahlten Zeitraums weiter. Danach sind die Premium-Funktionen gesperrt, zum Beispiel KI-Scans über das kostenlose Monatskontingent hinaus und die Premium-Exporte aus der Tabelle oben.
- Konto und Daten bleiben bestehen. Gelöscht werden sie nur, wenn du das Konto selbst löschst oder die Löschung per E-Mail verlangst – und die Kontolöschung kündigt ein laufendes Abo nicht (Abschnitt 3).
- Beim Konto löschen ist der Export Pflicht, und es wird alles gelöscht (Abschnitt 3 und 6); die Aufbewahrung liegt bei dir.
- Stellt der Anbieter die Web-App ein, informiert er dich mindestens 30 Tage vorher per E-Mail, damit du deine Daten über die Sicherung exportieren kannst (Abschnitt 9).
Keine Steuerberatung
Mavuro ist nach den Nutzungsbedingungen keine Steuerberatungssoftware und ersetzt keinen Steuerberater. Die Hinweise zu § 19 UStG und die Grenz-Anzeige (25.000 € im Vorjahr, 100.000 € im laufenden Jahr) sind Orientierung, keine verbindliche Auskunft. Verbindliche Antworten gibt dir dein Finanzamt oder ein Steuerberater.
Mavuro ist für Deutschland gedacht
Mavuro richtet sich an Kleinunternehmer mit Steuerpflicht in Deutschland (§ 19 UStG). Hinweistexte, Schwellenwerte, Steuersätze und Aufbewahrungshinweise der App bilden deutsches Recht ab. Für Österreich und die Schweiz ist die App nicht ausgelegt. In Österreich gelten zum Beispiel:
- ein anderer Hinweistext auf der Rechnung (Kleinunternehmerregelung nach § 6 Abs. 1 Z 27 UStG AT) – Mavuro setzt den deutschen Hinweis nach § 19 UStG,
- eine andere Umsatzgrenze (55.000 € mit Toleranzregel) – Mavuro rechnet mit den deutschen Grenzen,
- eine andere Aufbewahrungsfrist (sieben Jahre, § 132 BAO) – Mavuro nennt die deutsche Frist von regelmäßig acht Jahren,
- bei Barumsätzen Belegerteilungspflicht (§ 132a BAO) und gegebenenfalls Registrierkassenpflicht (§ 131b BAO) – Mavuro ist keine Registrierkasse.
Wenn du außerhalb Deutschlands steuerpflichtig bist, wende dich an eine Steuerberatung in deinem Land. Kein Rechtsrat.
Mavuro ausprobieren
Die Basisversion ist kostenlos – mit Datensicherung und EÜR-Übersicht.
Mavuro kostenlos ladenHäufige Fragen
Ist Mavuro ein revisionssicheres Archiv?
Nein. Die Nutzungsbedingungen sagen ausdrücklich, dass die App kein revisionssicheres Archiv ist. Als Unternehmer bewahrst du deine Buchführungsunterlagen selbst auf (in Deutschland: § 147 AO) – Buchungsbelege regelmäßig acht Jahre.
Sichert Mavuro die GoBD-Konformität zu?
Nein. Die Nutzungsbedingungen enthalten keine Zusicherung der GoBD-Konformität; Werte und Hinweise der App sind ausdrücklich keine Garantie für steuerliche Korrektheit.
Übermittelt Mavuro meine EÜR an das Finanzamt?
Nein. Mavuro bereitet die EÜR als Übersicht auf, die du selbst in das ELSTER-Formular überträgst. Es gibt keine Übermittlung an ELSTER und keinen DATEV-Export.
Kann ich meine Daten aus Mavuro mitnehmen?
Ja. Die Datensicherung erzeugt eine vollständige Kopie als ZIP-Datei mit den Datensätzen in einer Textdatei (daten.json), allen Belegen als eigene Dateien und einer Anleitung. Sie gehört nach den Nutzungsbedingungen nicht zu den Premium-Funktionen. Die Datensicherung bleibt kostenlos – unabhängig davon, ob du Premium hast.
Was passiert mit meinen Daten, wenn ich Premium kündige?
Das Abo läuft bis zum Ende des bezahlten Zeitraums weiter. Danach sind die Premium-Funktionen gesperrt, zum Beispiel der CSV-Export der EÜR. Dein Konto und deine Daten bleiben bestehen; gelöscht werden sie nur, wenn du das Konto löschst oder die Löschung verlangst.
Stand: 12. Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweils gültigen Nutzungsbedingungen; diese Seite ersetzt sie nicht. Keine Steuerberatung.